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Als ich 25 Minuten in meiner eigenen Warteschlaufe hing

  • 18. Jan. 2023
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Es gibt Berufsrisiken, vor denen einem keiner warnt. Zum Beispiel: sich selbst zum Wahnsinn zu treiben.

Vor einiger Zeit durfte ich die Telefonansagen für eine sehr bekannte Computerfirma mit einer angebissenen Frucht im Logo einsprechen. Sie wissen schon, diese Sätze: "Bitte bleiben Sie dran", "Ihr Anruf ist uns wichtig", "Der nächste freie Mitarbeitende ist gleich für Sie da". Ich habe sie mit voller Überzeugung gesprochen. Schliesslich sollte man den Leuten ja glaubhaft vermitteln, dass Warten eine wunderbare Erfahrung ist.

Als eines meiner eigenen Geräte plötzlich zickte, rief ich beim Support an – und wer begrüsste mich da aus der Warteschlaufe? Ich. Mich selbst. In Dauerschleife. 25 Minuten lang durfte ich mir dabei zuhören, wie ich mir selbst versicherte, wie wichtig mein Anruf sei. Nach der dritten Wiederholung habe ich innerlich schon mit mir selbst diskutiert. Nach der fünften habe ich angefangen, mich leise nachzuäffen – im Duett mit mir selbst, quasi. Nach der zehnten war ich kurz davor, mir selbst auf die Nerven zu gehen. Was, technisch gesehen, ja auch tatsächlich passiert ist. Nach der zwanzigsten habe ich mich selber nachgeäfft...

Die Moral von der Geschichte? Als Sprecherin kann man der eigenen Stimme buchstäblich nicht entkommen – nicht mal am Telefon, nicht mal, wenn man selbst der Anrufer ist.

Bleibt inspiriert – wir hören uns! Eure Virginia




 
 
 

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